Durch die Highlands von Balmaha nach Glencoe

Gerade richtig, um das wunderbare Wetter in Schottland zu genießen, starten wir unsere Wanderreise nach Schottland zum Herbstanfang 2025. Michael Baumarth, Wanderleiter aus Alsfeld und ein ausgewiesener Schottlandkenner, führt uns 5 neugierige Naturfreund*innen in einem Carsharing Kleinbus (ökologisch vertretbar) in die schottischen Highlands. Wir fahren weiter entlang des Hadrians Wall, der als britischer Limes die Grenze zwischen England und Schottland markiert. 

Munros, so werden die Berge in Schottland genannt, haben es Michael besonders angetan. Sie sind höher als 915 m (3000 ft) und stehen meistens einzeln oder bilden den Gipfel eines Bergkamms. So besteigen wir einen Tag nach unserer Ankunft im Bunkhouse in Balmaha, eine Art Wanderherberge in einem kleinen Ort am Loch Lomond, den Ben Lomond. Mit 974m ist er einer bekanntesten Munros Schottlands. Beim Aufstieg ist die Landschaft voll Heidekraut. Mit zunehmender Höhe eröffnet sich der Blick über den gesamten Loch Lomond. Wir schauen auf ein Meer aus glitzernden Inseln und dunklem Wasser eingebettet in grüne Hügel. Und wir sind froh, dass wir die winddichten Jacken dabeihaben.

Auf unserer weiteren Reise nach Tomintoul begleiten uns weite unverstellte Blicke in die Natur, eine wunderbare Luft und Begegnungen mit sehr netten Menschen . Tomintoul ist das höchstgelegene Dorf der Highlands im Cairngorms Nationalpark. Heide und Moor und zahlreiches Rotwild prägen dort die Landschaft. Wir genießen die herzliche Gastfreundschaft von Dianne im Argyle House und ihr leckeres Frühstück. Über kurvenreiche Straßen fahren wir an Seen und schroffen Felsen vorbei zu unserem nächsten Ziel Lochinver an die Küste Sutherlands. Am nächsten Morgen besteigen wir den nächsten Berg, den Suilven, mit 731m nicht ganz ein Munro, aber dennoch eine Tour mit fast 1000 Höhenmetern und einem langen Anmarsch. Wie ein Monument liegt er in der Landschaft und zieht die Blicke aus allen Richtungen auf sich. Der steile Aufstieg wird mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. Leichte Kletterei ist notwendig, um den Gipfel zu erreichen und auch hier zeigt der Wind der Highlands seine Stärke. Auf den weiteren Wanderungen entlang der Steilküste begegnen wir weißen Sandstränden mit grünschimmerndem Wasser, bizarren Felsen, auf denen Seevögel leben, den unermüdlich grasenden Schafen und einer Herde Seehunde, die uns neugierig beobachten und uns ein heulendes Konzert bieten.

Die letzte Etappe führt nach Glencoe, eines der bekanntesten und geschichtsträchtigsten Täler Schottlands. Das Wetter ist umgeschlagen und der Regen führt uns ins trockene Besucherzentrum des National Trust for Scotland. Hier erhalten wir einen tiefen Einblick in die Geschichte des Tals – insbesondere in das berüchtigte Massaker von Glencoe (1692), als Clanmitglieder der MacDonalds durch Verrat getötet wurden. Interaktive Ausstellungen erzählen von dieser dunklen Episode, aber auch von der einzigartigen Flora und Fauna der Region. Draußen führt ein kurzer Weg zu dem nachgebauten Torfhaus. Hier zeigt sich mit wieviel Handwerkskunst sich die Einwohner im Glen Tal vor Wettereinflüssen geschützt haben. Glencoe wirkt im Regen mystisch und majestätisch zugleich. 

Der Regen begleitet unsere weitere Fahrt zurück nach Newcastle. Und die Fähre bringt uns von dort zurück nach Amsterdam und wohlbehalten nach Hause – nach einer wunderschönen Reise in einer ausgesprochen netten Gruppe.

Herzlichen Dank an Michael

Kerstin Allrogen 
Oktober 2025

Galerie