Fränkische Schweiz an Himmelfahrt

Von Felsen, Bächlein und Waldvöglein

Der Sportverein der NaturFreunde Hessen hatte zum Himmelfahrtswochenende Kletter- und Wanderbegeisterte nach Vorra in die Fränkische Schweiz geladen.

Vorra liegt an der Pegnitz, ist als Ort überschaubar, hat aber ein Schloss, das als Schullandheim genutzt wird. Die 21köpfige Gruppe verteilte sich auf (meist) 6-Bett-Zimmer mit den wohlklingenden Namen "Adlerhorst", "Fuchsbau", "Bärenhöhle" usw., was schon vermuten lässt, dass fränkischen Kindern hier die Liebe zur Natur vermittelt werden soll. Im ausgedehnten Park hinter dem Schloss, in dem noch die Kälte der vergangenen Tage hing, zwitscherte eine Nachtigall. Eine Einführungsrede der Haus-Chefin ließ vermuten, dass ein Kind - fern von zuhause - mit den Benimmregeln erst einmal vertraut gemacht werden muss. Beim Ein- und Ausräumen des Aufzugs, durch den alles Essbare incl. Geschirr ins Untergeschoss und zurück zu schleusen war, kam man sich schnell näher. Es gab Tisch-Sesshafte und solche, die sich vorgenommen hatten, bei jeder Mahlzeit an einem anderen Tisch zu sitzen. Diese trafen nach dem Wechsel häufig dann wieder auf dieselben, die auch gewechselt hatten. Das hob auf jeden Fall die Stimmung: es wurde viel gelacht!

Ebenso gute Stimmung erlebte ich auf den Wandertouren, die von Constanze und Margret zusammengestellt worden waren. Für die vier Tage hatten sie sich Rundtouren von und nach Vorra ausgedacht, die zum Schluss auf der Karte ein Kleeblatt ergaben. Nicht umsonst heißt die fränkische Schweiz "fränkische Schweiz". Denn sie besteht aus markanten Felsformationen, Bachtälern, Wäldern und Wiesen, und es geht immer hoch und runter. Seltene Blumen fanden wir dank Constanzes Fachwissen am Wegesrand, allen voran das Waldvöglein, das gar kein Vöglein, sondern eine zarte Orchideenart ist! Über eine Wiese, auf der wir rasteten, flatterten Hunderte von Schmetterlingen. Und an so manchem Felsen wurde geklettert, und Werner, der früher auch geklettert hat, aber jetzt wandert, erklärte uns geduldig, wie das mit dem Klettern funktioniert. Ergebnis: da gehört eine Menge Wissen, Körperbeherrschung, Ausdauer, Mut, Disziplin, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein dazu. Unseren kletternden Gruppenteil haben wir tagsüber nicht gesehen, denn sie fuhren mit Sack und Pack direkt nach dem Frühstück los zu weiter entfernten Kletterzielen. Wir dagegen trafen uns nach dem Wandern im idyllisch an der Pegnitz gelegenen Insel-Café, in dem es einen Aperitif oder auch noch ein verspätetes, sensationell großes Stück Kuchen gab. Die Abende verbrachten wir mit Schnattern, Singen und ins Feuer schauen -- alles in allem ein wunderschönes Wochenende: dank an alle, die dafür geplant und gesorgt haben!

Marianne Friemelt

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